Hans J. Ammann

1942 ist Hans J. Ammann in Solothurn geboren. Nach der Handelsmatur studierte er Germanistik, Geschichte und Kunstgeschichte an der Universität Basel. Er war Direktor am Theater Biel/Solothurn.     

1969 bis 1971 arbeitete er als Regieassistent an den Basler Theatern, unter anderem bei Hans Bauers Inszenierung von «Warten auf Godot», 1971/1972 als dramaturgischer Mitarbeiter, dann bis 1976 als Dramaturg unter Werner Düggelin und Hans Hollmann.

Während dieser Zeit gründete Hans J. Ammann die Theatergenossenschaft für Kinder mit, die 1974 mit der Spilkischte in Basel das erste professionelle Theater für Kinder ins Leben rief (Vorstadt-Theater Basel). 1976 bis 1980 war er Chefdramaturg an den Städtischen Bühnen Freiburg im Breisgau, 1980 bis 1988 Intendant des Stadttheaters Konstanz, dem er unter seiner Leitung neue Impulse gab.

Neue Spielstätten wurden dem Theater erschlossen (Werkstatt Inselgasse) und die Tradition des Sommertheaters in Meersburg begründet. Hans J. Ammann bot mit dem fest engagierten Regisseur Markwart Müller-Elmau (Oberspielleitung) und dem Chefdramaturgen Ulrich Khuon Uraufführungen unter anderem von Fitzgerald Kusz, Horst Wolf Müller, Thomas Strittmatter und Martin Walser und vernetzte das Theater mit anderen kulturellen Institutionen der Region (Lyrik- und Literaturtage, Kartause Ittingen). 1988 bis 1990 war er Mitglied des Leitungsteams der Schaubühne Berlin und 1990/1991 des Direktoriums der Staatlichen Schauspielbühnen Berlin, 1991 bis 1993 Dramaturg am Schauspiel Bonn. 1993 bis 2002 arbeitete Hans J. Ammann als Intendant der Städtischen Bühnen Freiburg im Breisgau. Wie in Konstanz begründete er neue Strukturen (Modell der Kooperation mit dem freien Tanztheater «Pretty Ugly») und erweiterte bestehende (Internationales Freiburger Theaterfestival). In seine Amtszeit fiel die bauliche und technische Gesamterneuerung des Theaters. 2002/2003 übernahm er die Leitung des Theaters Biel Solothurn. Der Situation des Theaters (zwei Städte, zwei Sprachen, zwei Kantone) schenkt er mit der Realisierung zweisprachiger Schauspielaufführungen besondere Beachtung (Becketts «Glückliche Tage» und Becketts «Das letzte Band» auf Deutsch und Französisch). Regelmäßige Koproduktionen mit der Berner Hochschule für Musik und Theater. Hans J. Ammann ist Vorstandsmitglied zahlreicher Jurys. Auszeichnungen: 1987 Theaterpreis des Kantons Solothurn. Literatur: Freiburger Theater 1993 bis 2002, 2002. Gojan, Simone/Krafka, Elke (Hrsg.): Theater Biel Solothurn – Théâtre Bienne Soleure, Chronos Verlag, Zürich 2004.

Im verlag die brotsuppe sind bisher die Texte Bretter bohren sowie die Kolumnensammlung DAZWISCHENTÖNE erschienen.  


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