Mit dem Auge schreiben


Mit dem Auge schreiben
Texte, Erinnerungen und poetische Abenteuer; 168 Seiten Euro 18 / CHF 24
ISBN 978-3-905689-42-6

Eine Sammlung von Texten über Kunst und Künstler, von Reflexionen über die Wirkung von Bildern und von Erinnerungen an Menschen, Ereignisse und Eskapaden.

Bilderlesezeit – Wer sich auf eine Bilderreise einlässt, hat unterwegs akrobatische Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Bilder als nebulöse Inszenierungen, als trunkene oder sachliche Schilderungen, als Aussichten und Einblicke, als ein Spiel mit der historischen Realität von Konventionen. Bilder als Spielraum, als Versuch, der alltäglichen Logik und Vernunft ein Schnippchen zu schlagen.

Das Leben: Ein Traum – Es war ein Sonntag, als sie den Dichter André Breton besuchte. Von ihm erhoffte sie sich Rat, für ihn hob sie ihr leicht gebleichtes Kleid. Darauf fabulierte er von freier Liebe. Ihr half das nichts.

Argwohn und Treibgut – Willkommen im Alltag der Einschaltquoten-Mentalität und nur beschränkt haftbarer politischer Verantwortung. Willkommen in der zeitgeistgeschmückten Alltags-Beliebigkeit und ihrer kollektiven Zwanzigminuten-Debilität.

Aus der Nähe der Freundschaft – Wir gehörten niemandem, es sei denn als Schimmer in den Gedanken jemandes, dessen Erinnerungen von keinerlei Verletzungen getrübt sein wollten. Jemand wie Matilda in jenen Amsterdamer Sommerwochen. 

Kiosk oder Kolumne – Hier und dort, hier oder dort: Provinzialität ist nicht eine Sache des Ortes. Provinzialität ist die Illusion, dass man sich selber genügen könnte.

Augenblicke – Sie liegen einfach da. 

Nachklang – Bilder als Papierflieger. Gedanken wie Seifenblasen. Der Mond als Kürzel für Fantasie. Ein Zeitalter zerbrechender Träume. Und ein Abschied.  

«Das Bild ist ein Ort. Ein Ort ist da, wo etwas stattfindet. Jenseits eines Bildes steckt immer noch ein anderes. Bilder zeigen und verschweigen. Bilder zeigen Einzelheiten, geboren im Niemandsland zwischen Glauben und Wissen, voller Ahnungen und Annahmen. In einer Welt, die vornehmlich das Schöne zelebriert, um das Hässliche zu kaschieren, brauchen Bilder Nachdenklichkeit. Wenn wir nicht mehr genau hinsehen, wenn wir uns mit medialen Abbildungen zufrieden geben, wenn wir uns unbekümmerte Duldung erlauben, dann erfolgt die Entfremdung von unserer Welt auf dem Fuss. Doch niemand ist jemals nicht beteiligt, nur weil sie oder er nicht hinschaut und nichts sagt und sich heraushält aus allem und so tut, als würde sie oder er nicht sehen und hören.«  Urs Dickerhof  

Mit dem Auge schreiben, Texte, Erinnerungen und poetische Abenteuer; 168 Seiten Euro 18 / CHF 24, ISBN 978-3-905689-42-6, CHF 24.00


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