Melken mit Stil


Melken mit Stil
Roman, gebunden, 120 Seiten; CHF 25,00 und Euro 21,00
ISBN 978-3-905689-55-6

Die Hauptperson des Romans, vordergründig zumindest, ist ein Schriftsteller, dem der Erfolg eine legendäre Dimension verleiht – umso mehr, als wir zu Beginn des Buches gerade von seinem Tod erfahren, der durchaus romanhafte Züge trägt, taucht doch die jüngste Geliebte frisch aus dem Liebesnest beim Nachbarn auf, um ihm die furchtbare Nachricht zu überbringen. 

Das Liebesnest ist der Wohnwagen, in dem der Schriftsteller zeitweise schreibt und eben auch liebt und stirbt, und der auf dem Boden eines Bergbauern steht, des Nachbarn, mit dem ihn eine ganz besondere Freundschaft verbindet. Denn dieser Bauer, hintergründige zweite Hauptfigur, liebt nicht nur seine Kühe und den Berg, auf dem er lebt, er liebt auch die Bücher und das Schreiben.

Die Voraussetzungen für eine gegenseitige Faszination sind gegeben, und damit die Ingredienzien, die dieser Geschichte ihre ganz eigene Würze verleihen: Im Kontrast zwischen dem Alltag der beiden Protagonisten, hier Bodenständigkeit, da mondäne Weltläufigkeit, und in der gemeinsamen Passion des Schreibens ist unter der Feder des schreibenden Bauern und renommierten Pferdezüchters Jean-Pierre Rochat aus dem Berner Jura, genauer der Bergerie de Vauffelin, ein Stück Literatur geworden, das den Saft einer Bergwiese und die Raffinesse eines belesenen Spracharbeiters in sich vereint.

»L’écrivain suisse allemand« wurde 2012 in den éditions d’autre part veröffentlicht. Jean-Pierre Rochat wurde für diesen Roman mit dem angesehenen Westschweizer Prix Michel Dentan ausgezeichnet.

2016 hat »Melken mit Stil« den Terra-Nova Schillerpreis für Übersetzungen bekommen. Wir gratulieren Yla von Dach und freuen uns.

Die Erstübersetzung von Yla M. von Dach erscheint im Rahmen der ch-reihe.  

»Ich war total kaputt an dem Tag, all meine Muskeln gähnten vor Müdigkeit und Verzicht, doch da ist der Wille, die Kraft des Bauern ist es sich hochzustemmen, los, vorwärts, um vier Uhr aus den Federn, um früher melken zu gehen, auf den Berg zu steigen, da sind wir schon, auf dem Berg, aber höher hinauf, bis auf die Alp, mit der Biografin. Am Anfang des Marschs bin ich kalt, nicht sauer auf sie, aber kalt vor Müdigkeit, dazu der Unwille eines faulen Latschs, sie sagt zu mir, laufen Sie ein bisschen schneller, in diesem Rhythmus schaffen wir das nie, sehr gut, dass sie mir das gesagt hat, das gibt mir die Munition für wenn sie dann ihrerseits das Tempo verlangsamt, ich kenne mich nämlich, die Energie kommt bei mir im Gehen, am Anfang fühle ich mich alt und abgeblättert, aber pass auf, dann bin ich nicht mehr totzukriegen, und du wirst mich um Gnade anflehen, wenn du in den Felsen nicht mehr vorwärts kommst. Und dann im Gehen reden, das ist nicht gut für den Atem. Man empfiehlt zwei Liter Wasser pro Person für den Aufstieg, sie behauptete, das sei viel zu viel, mach wie du willst, nimm mit, soviel du willst, zähl nicht auf mich fürs Flüssige.« Jean-Pierre Rochat

 

Melken mit Stil, Roman, gebunden, 120 Seiten; CHF 25,00 und Euro 21,00, ISBN 978-3-905689-55-6, CHF 25,00


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