Über das Gras gehen
»Francesco Micielis Erzählungen sind erlesene Fremderfahrungen. Sie bieten ein entrückendes, ästhetisches Erlebnis.«
Roberto Vitale
Die so genannte Realität ist grundsätzlich brüchig, und sie ist ständig im Fluss. Leben ist Reisen, Migrieren, Unterwegssein. Als Odi, ein nicht mehr ganz kleiner Junge unbestimmten Alters, seinen süditalienischen Heimatort und die geliebten Grosseltern verlassen muss und die lange Reise zu seinen Eltern antritt, ziehen Trauer um den Verlust und namenlose Zukunftsängste durch den tristen Bahnhof. Vor vierzig Jahren veröffentlichte Francesco Micieli ein »Tagebuch eines Kindes« mit dem Titel: »Ich weiss, dass mein Vater grosse Hände hat«. Was er nun vorlegt, ist aber kein Tagebuch, sondern eine sensible Reiseerzählung. Lakonisch und einfühlsam erzählt der Autor präzise und souverän vom Verlust verbindlicher Sicherheiten, von den Verwandlungen des Jungen während der Bahnfahrt. Vom ebenso beängstigenden wie beglückenden Auf und Ab seiner Gefühle, von Odis Träumen und Visionen. Von oft freundlichen und immer skurrilen Mitreisenden, von wundersamen Märchengestalten und Fabelwesen. Der lange Weg in die Fremde wird zu einem emanzipatorischen Weg zu sich selbst. Das Böse ist da, aber das Vertrauen in die Menschen kann es nicht brechen.
Pressestimmen
"Der Dichter hat sich den wunderbar unverstellten Blick bewahrt, durch den Poesie entsteht."(Michael G. Fritz, Dresdner Neueste Nachrichten)
"Micielis schönster Satz ist: »Der Traum des Schriftstellers ist es, Sprache zu werden.« Kürzer kann man diesen Beruf nicht auf den Punkt bringen."
(Alex Helbig, SAX 09/26)
"Eine Zugfahrt wie ein Besuch in der Geisterbahn: Der neue Roman Francesco Micielis spürt dem Ausgeliefertsein, der Angst und den Erinnerungen eines Kindes nach, das seine Heimat verlässt."
(Clara Gauthey, Bieler Tagblatt) Lesen Sie hier.
