ANCHISES IN ALASKA
Ein Vaterbuch in Versen

Florian Bissig

Was, wenn der Tod des Anderen die Möglichkeit des Nachfragens ausgelöscht hat? Das lyrische Ich, das in diesem Buch die ganze Redezeit beansprucht, will sich nicht mit einem Monolog zufriedengeben. Es hält daran fest, den Abwesenden im Gespräch zur Anwesenheit zu verführen. 

Zu diesem Behuf geht es dorthin, wo die Grenzen von Anwesenheit und Abwesenheit, von Sein und Nichtsein, von Leben und Tod nebulös werden: ins Reich der Einbildungskraft. Durch das Einrücken in eine geteilte Welt von literarischen Imaginationen findet es einen Resonanzraum, in dem sich sein jambischer Redefluss in ein mehrstimmiges Tableau auffächert. 

So trifft sich der Sprecher kraft der Erinnerung und kraft der Fantasie mit seinem Vater irgendwo im Grenzbereich zwischen Ober- und Unterwelt, zwischen Biografie und Fiktion, zwischen Erinnerung und Tagtraum. Einmal begegnet er ihm als waghalsigem Teufelskerl zu Fuss in Alaska, ein andermal trägt er ihn als gelähmten Anchises aus dem brennenden Troja. 

Und immer befragt er ihn, bohrend, aber liebevoll, zu seinen Lebensentwürfen und Fantasien.

Pressestimmen

"Hier ist aus individuellem Erleben ein eigenständiges Kunstwerk geworden, das sich souverän der Rezeption durch andere öffnet." (FAZ)
Auf »Literaturfelder« hat Alice Grünfelder eine Lektürenotiz verfasst, hier.
Und auf Lyristix, der Initiative von Instagramer*innen für mehr Lyrik(besprechungen), gibt es Timo Brandts Beitrag, hier.
Nau.ch bespricht das Buch als eins von mehreren Vaterbüchern hier.
Wunderschöne und treffende Zeilen von büCHerstimmen auf Instagram finden Sie hier.
Regula Füchslin lobt in der Schweizer Literaturzeitschrift ORTE Nr. 230 "Anchises in Alaska" als starkes Buch, das nicht in Stille und Finsternis endet.
Thomas Studer rezensiert den Gedichtband in der Aargauer Zeitung (25.10.24): „In „Anchises in Alaska“ gedenkt ein namenloses lyrisches Ich in feinen Zeilen einem lyrischen Du. Wobei sich rasch herausstellt, dass es sich beim Ich um einen Sohn handelt, der das Gespräch sucht mit seinem verstorbenen Vater, dem Du.“