Luc und das Glück

Thomas Sandoz

»Endlich keine Werbeplakate mehr, die uns einladen, ›das pralle Leben‹ auszukosten. Niemand, der uns freundlich daran erinnert, dass wir nur Müll sind.«

Je schneller Luc wieder im Heim zurück ist, desto besser. Dann kann er hoffentlich als virtueller Dr. Goodluck seinen Klienten, den Gesundheitsminister, in letzter Minute noch dazu bringen, die absurdeste Sozialreform aller Zeiten zu kippen. Gelingt ihm das nicht, sieht die Zukunft für alle, die als locker verschraubt gelten, düster aus. Und das tun sie alle vier, die von einer bärbeissigen Betreuerin im ausgeleierten Minibus durch die Nacht chauffiert werden; das libidinöse Mondgesicht Bierrot, die spindeldürre, ewig kränkelnde Pauline, der cholerische Muskelprotz Goon mit seinem Faible für André Rieu, und auch der feinsinnige Luc, der aus gutem Grund vorgibt, seine Gehhilfe verloren zu haben.

Doch der Transporter schleppt sich durchs Gebirge, dass es zum Verzweifeln ist. Ein Ende der Irrfahrt ist nicht in Sicht. Und inzwischen ist auch die Presse hinter Dr. Goodluck her.

Luc und das Glück ist die aberwitzige Heimreise eines hochkarätigen Behinderten-Quartetts, ein beklemmender Spiessrutenlauf durch eine überall lauernde Normalität, die gnadenlose Schilderung eines virtuosen Eiertanzes um allerlei Fettnäpfchen herum.

Thomas Sandoz hat eine beissende Satire über den Leistungswahn geschrieben. Und, ein bisschen versteckt, die zarte, unmögliche Liebesgeschichte zweier ungleicher Menschen.

Das Buch ist im Original unter dem Titel »La balade des perdus« in den Éditions Grasset & Fasquelle 2018 erschienen.

Aus dem Französischen übersetzt hat Yves Raeber.