Willkommen im Tal der Tränen

Noëmi Lerch

Ein Mann verlässt sein Dorf am Meer. Auf einer Alp in der Schweiz hat er Arbeit gefunden. Tuinar, sagen die anderen zu ihm. Der Mann für alles. Die anderen, das sind Zoppo und der Lombard. Sie weihen den Tuinar in ihre Welt ein, in ihre Sprache der Arbeit.

Romantisch ist das Alpleben nur für Touristen. Der Tuinar ist stolz, einer der drei wahren Hüter des eigensinnigen Lebens am Rande der weiten Ebene zu sein. Die weite Ebene, das ist ihre Kirche. Einen Sommer lang folgen sie ihren Rindern auf unsichtbaren Wegen, entlang einer scheinbar äusseren und einer unscheinbar inneren Logik der Erde.

Doch die weite Ebene hat ihre eigenen Gesetze. Sie ist Geheimnis und Gefahr zugleich. Je tiefer die drei Männer in ihre Stille vordringen, umso weiter und unwegsamer wird sie. Die Sprache als Mittel der Verständigung droht verlorenzugehen.

»Ich bin wie du. Weites Grasland. Rote Flüsse durchädern mich. Fast durchsichtig bin ich. Und zart und zäh und zarter und zäher, noch viel zäher, unheimlich zäh und unendlich zart ziehen die Jahre durch mich hindurch. Machen mich immer mehr zu dem, was ich bin. Alt. Und doch. Ich beginne an keinem Ort. Und an keinem Ort höre ich je wieder auf zu sein.«

Das Buch, an eine Graphic Novel erinnernd, haben Alexandra Kaufmann und Hanin Lerch als Duo Walter Wolff bebildert.

Nach Die Pürin und Grit ist es Noëmi Lerchs drittes Buch, das im verlag die brotsuppe erschien. Es wurde 2020 mit dem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet!

Pressestimmen

»"Tal der Tränen" hat mich willkommengeheissen, mit Bild und Text!«, schreibt Peter Utz, lesen Sie hier.
Nick Lüthi von der BookGazette (19.7.2019): »Im vielleicht am schönsten gestalteten und hochwertigsten Buch, welches ich in diesem Frühjahr in den Händen gehalten habe, erzählt Noëmi Lerch vom Leben auf der Alp.« Mehr lesen Sie hier.
Martina Keller gibt in Viceversa (23.9.2019) Einblick in das Buch: "Vom Leben auf der Alp erzählt 'Willkommen im Tal der Tränen' – ein häufig romantisiertes Leben, das aber hart und einsam sein kann." Mehr lesen Sie hier.
Claus Friede (kulturport.de) lobt auch die Gestaltung des Buchs: "Das so etwas heute noch möglich ist – das Buch wirkt allein äußerlich schon wie aus der Zeit gefallen: hochwertig, liebevoll gemacht, buchbinderisch sehr ansprechend." Mehr lesen Sie hier.
Marina Büttner (literaturleuchtet) findet, aus der Knappheit wächst die Schönheit, lesen Sie hier.
Senta Berger (Hotlistblog) schreibt: "Dieses Buch muss man erst einmal rundum begreifen: anfassen, darüberstreichen, drehen und wenden, durchblättern, von vorne nach hinten und zurück", mehr dazu hier.
Hermann Koch (P.S.) regen die "schnörkellosen Texte zum Nachdenken an", lesen Sie hier.
Die kurzweilig animierte 3-Minuten-Rezension von Beat Mazenauer und Anna Luchs finden Sie hier.

Auszeichnungen

  • Schweizer Literaturpreis 2020