Über das Gras gehen

Francesco Micieli

Die so genannte Realität ist grundsätzlich brüchig, und sie ist ständig im Fluss. Leben ist Reisen, Migrieren, Unterwegssein. Als Odi, ein nicht mehr ganz kleiner Junge unbestimmten Alters, seinen süditalienischen Heimatort und die geliebten Grosseltern verlassen muss und die lange Reise zu seinen Eltern antritt, ziehen Trauer um den Verlust und namenlose Zukunftsängste durch den tristen Bahnhof.

Vor vierzig Jahren veröffentlichte Francesco Micieli ein »Tagebuch eines Kindes« mit dem Titel: »Ich weiss, dass mein Vater grosse Hände hat«. Was er nun vorlegt, ist aber kein Tagebuch, sondern eine sensible Reiseerzählung. Lakonisch und einfühlsam erzählt der Autor präzise und souverän vom Verlust verbindlicher Sicherheiten, von den Verwandlungen des Jungen während der Bahnfahrt. Vom ebenso beängstigenden wie beglückenden Auf und Ab seiner Gefühle, von Odis Träumen und Visionen. Von oft freundlichen und immer skurrilen Mitreisenden, von wundersamen Märchengestalten und Fabelwesen. Der lange Weg in die Fremde wird zu einem emanzipatorischen Weg zu sich selbst. Das Böse ist da, aber das Vertrauen in die Menschen kann es nicht brechen.

»Francesco Micielis Erzählungen sind erlesene Fremderfahrungen. Sie bieten ein entrückendes, ästhetisches Erlebnis.« Roberto Vitale

ERSCHEINT IM MÄRZ

Pressestimmen

„Micieli erzählt von Odis Träumen und Visionen, von oft freundlichen und immer skurrilen Mitreisenden, von Märchengestalten und Fabelwesen. (…) In «Über das Gras gehen» wird die Reise eines bestimmten Kindes erzählt, die aber die Reisen und Fluchten anderer Kinder als Hintergrund mitklingen lässt.“ (Alexander Sury, Der Kleine Bund, 10.1.26)